Girokonto ohne Kosten: Bei welchen Banken lohnt es sich?

Mit einem kostenlosen Girokonto locken viele Direktbanken. Du solltest allerdings genauer hinschauen, bevor Du Dich entscheidest. Kosten können für die Kreditkarte oder für Barabhebungen bzw. Zahlungen außerhalb Deutschlands anfallen. Das kostenfreie Konto ist mitunter an Bedingungen gebunden.

Kostenloses Girokonto: Was ist darunter zu verstehen?

Wirbt eine Bank mit dem Girokonto ohne Kosten, solltest Du prüfen, was bei dieser Leistung tatsächlich kostenlos ist. Kostenlose Girokonten werden von vielen Direktbanken angeboten. Die Filialbanken werden kaum kostenlose Girokonten anbieten, da bei ihnen höhere Kosten für den Filialbetrieb und die Gehälter der Mitarbeiter anfallen. Wird ein kostenloses Girokonto angeboten, bedeutet das im engsten Sinne, dass keine Kontoführungsgebühren anfallen. Allerdings können trotzdem Kosten anfallen, beispielsweise für

  • Barabhebungen an Automaten, vor allem im Ausland
  • bargeldlose Zahlungen im Ausland
  • Kreditkarte
  • Überweisungen
  • Daueraufträge
  • Kontoauszüge.

Du solltest nicht nur die Bedingungen für Girokonten auf der Webseite der Bank genauer prüfen. Um herauszufinden, welche Leistungen tatsächlich kostenfrei sind, solltest Du Dir das Preis-Leistungs-Verzeichnis genauer anschauen.

Bedingungen für kostenlose Girokonten

Wirbt eine Bank mit dem kostenlosen Girokonto, solltest Du darauf achten, ob dieses Angebot nur für eine bestimmte Zielgruppe gilt, beispielsweise für Kinder und Jugendliche oder für Studenten. Auch bestimmte Bedingungen können für kostenlose Girokonten gelten:

  • monatlicher Geldeingang in einer bestimmten Höhe
  • Guthaben in einer bestimmten Höhe
  • Mindestzahl an Kontobewegungen pro Monat.

Einige Banken bieten jedoch auch Girokonten ohne Kosten an, die nicht an bestimmte Bedingungen gebunden sind. Bei diesen Banken spielen der monatliche Geldeingang oder das Guthaben keine Rolle. Allerdings kommst Du auch bei diesen Banken nicht ohne Dispozinsen aus. Möchtest Du dort einen Dispokredit in Anspruch nehmen, musst Du ihn so wie bei jeder anderen Bank mit Dispozinsen zurückzahlen. Die Dispozinsen können jedoch niedriger als bei anderen Banken sein. In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich der Konditionen bei den verschiedenen Banken.

Kontoführungsgebühren werden teilweise wieder eingeführt

Angesichts der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) führen einige Banken, die bereits das Girokonto ohne Kosten angeboten haben, wieder Kontoführungsgebühren ein. Die EZB legt einen Leitzins fest, zu dem sich die Banken dort Geld leihen können. Die Banken orientieren sich wiederum am Leitzins, um die Zinsen für Kredite an ihre Kunden weiterzugeben. Da der Leitzins aktuell bei null Prozent liegt, können die Banken Kredite zu niedrigen Zinsen an ihre Kunden vergeben. Mit dieser Maßnahme soll die Wirtschaft in Europa angekurbelt werden. Der niedrige Leitzins und damit verbunden die niedrigen Zinsen für Kredite an die Kunden bedeuten für die Banken niedrigere Einnahmen. Da die Banken weiterhin Geld verdienen wollen, führen sie wieder Kontoführungsgebühren für das Girokonto ein.

Ist der Leitzins niedrig, sparen weniger Menschen. Für Festgeld, Tagesgeld oder Sparbücher gibt es nur noch außerordentlich niedrige Zinsen. Sparen ist damit nicht mehr attraktiv, sodass die Menschen nach alternativen Geldanlagen suchen. Das Kapital in Form von Einlagen der Kunden geht den Banken verloren. Damit die Banken trotzdem kostendeckend arbeiten können, führen sie Kontoführungsgebühren ein oder erhöhen die bereits geltenden Kontoführungsgebühren. Dennoch gibt es einige Banken, bei denen Du ein Girokonto ohne Kosten eröffnen kannst.

Konditionen, auf die Du beim Girokonto ohne Kosten achten solltest

Bevor Du ein Girokonto ohne Kosten eröffnest, solltest Du den Vergleich der Banken nutzen und auf folgende Konditionen achten:

  • Bedingungen, zu denen die Kontoführungsgebühr entfällt
  • Zinsen für den Dispokredit
  • angebotene Kreditkarten
  • Jahresgebühr für die KreditkarteKosten für Partner-Kreditkarte
  • Gebühren für Bareinzahlungen
  • Gebühren für Barabhebungen am Automaten in Deutschland, Europa und außerhalb Europas
  • Gebühren für bargeldlose Zahlungen in Deutschland, Europa und außerhalb Europas
  • verfügbare Geldautomaten in Deutschland für kostenlose Barabhebungen
  • Negativzinsen ab einem bestimmten Guthaben
  • Gebühren für Kontoauszüge, Überweisungen oder Daueraufträge.

Bei einigen Konditionen lauern Fallstricke. Sind Barabhebungen an Geldautomaten, mit denen die Bank kooperiert, kostenlos, so können für Barabhebungen an anderen Geldautomaten Gebühren anfallen. Du solltest also genau prüfen, wo Du tatsächlich kostenlos Bargeld abheben kannst.
Negativzinsen sind nicht mit Kontoführungsgebühren zu verwechseln. Eine Bank kann zwar das Girokonto ohne Kosten anbieten, doch werden Negativzinsen bei Guthaben in einer bestimmten Höhe erhoben. Häufig handelt es sich jedoch um hohe Guthaben, beispielsweise ab 50.000 Euro.

Prioritäten beim Girokonto ohne Kosten setzen

Eine Bank, die Dir ein Girokonto ganz ohne Kosten anbietet, bei der Du auch die Kreditkarte kostenlos bekommst und die niedrige Zinsen auf den Dispokredit erhebt, wirst Du kaum finden. Du solltest daher, wenn Du ein Girokonto ohne Kosten eröffnen möchtest, Prioritäten setzen, was Dir tatsächlich wichtig ist.
Fährst Du kaum ins außereuropäische Ausland, spielt es keine Rolle, welche Kosten für Barabhebungen und bargeldlose Zahlungen in solchen Ländern erhoben werden. Möchtest Du keinen Dispokredit in Anspruch nehmen oder beanspruchst Du ihn nur außerordentlich selten, müssen Dich die Dispozinsen kaum interessieren. Brauchst Du keine Kreditkarte als Partnerkarte, sind die Gebühren dafür für Dich uninteressant.

Konditionen bei den verschiedenen Banken für das kostenlose Girokonto

Bei den folgenden Banken kannst Du ein Girokonto ohne Kosten eröffnen. Allerdings gelten unterschiedliche Bedingungen für die Girokonten bei den verschiedenen Banken. Hast Du Deine Prioritäten gesetzt, kannst Du schnell die geeignete Bank finden.

Girokonto kostenlos bei der DKB

Das Girokonto bei der DKB heißt DKB Cash. Die DKB bietet gleich mehrere Girokonten an:

  • DKB Cash für Studierende mit ISIC-Studierendenausweis
  • DKB Cash u18 für Kinder und Jugendliche mit Visacard
  • DKB Cash als Gemeinschaftskonto mit Giro- und Kreditkarten für beide Kontoinhaber
  • DKB Cash als reguläres Girokonto ohne Kosten.
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DKB Cash ist für Neukunden sechs Monate lang kostenlos. Nach Ablauf dieser Zeit fallen nur dann keine Kosten an, wenn Du einen Aktivstatus besitzt. Aktivstatus bedeutet einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro. Ab einem Guthaben von 50.000 Euro werden Negativzinsen von 0,5 Prozent pro Jahr erhoben. Die DKB bezeichnet die Negativzinsen als Verwahrentgelt. Zusammen mit DKB Cash bekommst Du die Visacard, mit der Du im Euroraum kostenlos Geld abheben und bargeldlos bezahlen kannst. Hast Du einen Aktivstatus, kannst Du auch außerhalb des Euroraums kostenlos Geld abheben und bargeldlos bezahlen. Der Dispozins liegt für Kunden mit Aktivstatus bei 6,65 Prozent pro Jahr. Für Kunden ohne Aktivstatus liegt er bei 7,25 Prozent pro Jahr. Für Bargeldeinzahlungen auf Dein Girokonto zahlst Du eine Gebühr von 1,5 Prozent des Betrages, mindestens jedoch 2,50 Euro und maximal 15,00 Euro. Du kannst mit der Girocard und der Visacard an den dafür gekennzeichneten Stellen kontaktlos bezahlen.

Einzel- und Gemeinschaftskonto ohne Kosten bei ING

ING bietet Girokonten als Einzel- und Gemeinschaftskonten an. Auch hier ist das Girokonto kostenlos, wenn ein monatlicher Geldeingang von mindestens 700 Euro zu verzeichnen ist. Für Kunden unter 28 Jahren fallen keine Kosten an. Neukunden müssen in den ersten drei Monaten nach Kontoeröffnung keine Gebühren zahlen. Sind alle diese Bedingungen nicht erfüllt, fallen Kosten von 4,90 Euro im Monat an. Für Guthaben ab 50.000 Euro fällt eine jährliche Verwahrungsgebühr von 0,5 Prozent an. Barabhebungen mit der Kreditkarte sind ab 50 Euro gebührenfrei. Die Kreditkarte ist als Visacard verfügbar. Die Visacard wird als Debitkarte angeboten. Sie ist also keine echte Kreditkarte, da Dein Girokonto direkt nach der Nutzung belastet wird. Zusätzlich ist die Girocard im Girokonto enthalten. Die Dispozinsen bei ING liegen bei 6,99 Prozent im Jahr.

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HVB PlusKonto bei der HypoVereinsbank

Das HVB PlusKonto der HypoVereinsbank ist nur für Neukunden in den ersten fünf Jahren kostenlos. Danach fallen monatliche Kosten von 9,90 Euro an. Du kannst nach Ablauf dieser Zeit bei einer anderen Bank ein kostenloses Girokonto eröffnen, wenn Du die Kosten umgehen möchtest. Für den Dispokredit fallen jährlich nur 2,66 Prozent Zinsen. Die Visacard bekommst Du als Debitkarte. Zusätzlich kannst Du eine Kreditkarte hinzubuchen. Ein Negativkriterium ist, dass es für die HypoVereinsbank nur ungefähr 9.000 Geldautomaten gibt, an denen Du kostenlos Geld abheben kannst. Negativzinsen von 0,5 Prozent werden ab einem Guthaben von 100.000 Euro erhoben. Zum Girokonto der HypoVereinsbank gehört ein Preisvorteil von 5 Prozent bei Reisebuchungen über den Reisebuchungsservice bei 250 Anbietern. Bei Wertpapiergeschäften und Immobilienfinanzierungen kannst Du von einem Vorteilsprogramm profitieren.

Bedingungen beachten bei Comdirect

Bei Comdirect bekommst Du ein Girokonto ohne Kosten, wenn Du mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllst:

  • jünger als 28 Jahre
  • monatlicher Geldeingang von mindestens 700 Euro
  • mindestens drei Zahlungen pro Monat mit Google Pay, Apple Pay, Visa-Kreditkarte oder Visa-Debitkarte
  • mindestens ein Trade oder eine Wertpapiersparplanausführung pro Monat.
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Erfüllst Du keine dieser Bedingungen, fallen monatliche Gebühren von 4,90 Euro an.

Mit dem Girokonto bekommst Du kostenlos die Visa Debitkarte und die Girocard. Optional kannst Du die Visa Kreditkarte für monatlich 1,90 Euro dazubuchen. Barabhebungen sind mit der Visa Debitkarte weltweit und mit der Girocard deutschlandweit kostenlos. Bargeldlos bezahlen kannst Du mit der Visa Kreditkarte weltweit, mit der Visa Debitkarte europaweit und mit der Girocard deutschlandweit kostenlos. Die Zinsen für den Dispokredit liegen bei 6,50 Prozent jährlich.

Kostenloses Girokonto Basic bei der Commerzbank

Das Girokonto Basic bekommst Du bei der Commerzbank ohne Kosten, wenn der monatliche Geldeingang mindestens 700 Euro beträgt. Anderenfalls fällt eine monatliche Kontoführungsgebühr von 9,90 Euro an. An Geldautomaten der Cash Group sind Barabhebungen kostenlos. An Fremdautomaten und im Ausland sind Barabhebungen kostenpflichtig. Zusammen mit dem Girokonto bekommst Du die kostenlose Girocard. Zusätzlich kannst Du die Mastercard als Debitkarte für 3,50 Euro im Monat beantragen. Für Bargeldeinzahlungen am Bankschalter wird eine Gebühr von 2,50 pro Vorgang erhoben. Papierhafte Zahlungsaufträge wie Schecks oder Überweisungen werden ebenfalls mit 2,50 Euro pro Auftrag berechnet. Negativzinsen von jährlich 0,5 Prozent fallen ab einem Guthaben von 50.000 Euro an. Mit 9,75 Prozent pro Jahr ist der Dispozins ziemlich hoch.

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Consorsbank mit kostenlosem Girokonto

Ein kostenloses Girokonto kannst Du bei der Consorsbank eröffnen. Du musst auch hier die Bedingungen beachten. Kosten fallen nicht an, wenn Du jünger als 28 Jahre bist oder monatlich mindestens 700 Euro eingehen. Erfüllst Du keine dieser Bedingungen, fällt monatlich eine Gebühr von 4,00 Euro an. Mit dem Girokonto bekommst Du die Visacard als Kreditkarte kostenlos. Sie verfügt über eine Kontaktlosfunktion. Du kannst mit der Visacard an allen Geldautomaten mit Visazeichen im Euroraum kostenlos Geld abheben, wenn der Auszahlungsbetrag bei mindestens 50 Euro liegt. Die Girocard kannst Du optional dazubuchen. Pro Monat fällt für die Girocard eine Gebühr von 1 Euro an. Für den Dispokredit liegen die Zinsen bei 7,75 Prozent pro Jahr.

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Weitere Möglichkeiten für Girokonto ohne Kosten

Girokonten ohne Kosten werden noch von weiteren Banken angeboten. Allerdings können die Konditionen dort deutlich schlechter sein. Kostenlos sind die Girokonten oft nur bei Geldeingängen von monatlich mehr als 1.000 Euro. Bei der Postbank wird sogar ein monatlicher Geldeingang von mindestens 3.000 Euro vorausgesetzt, damit keine Kosten erhoben werden. Die Kosten betragen dort sonst monatlich 10,90 Euro.

Auch verschiedene Regionalbanken wie Volksbanken oder Sparkassen bieten kostenlose Girokonten an. Damit die Girokonten kostenlos sind, wird auch bei diesen Banken oft ein monatlicher Geldeingang gefordert.

Girokonten ohne Kosten bei FinTechs

FinTechs sind junge Unternehmen im Finanzsektor, die teilweise eine Banklizenz besitzen oder mit einer Bank kooperieren. Solche FinTechs bieten oft den Wertpapierhandel zu günstigen Konditionen an. Du kannst dort mitunter auch ein Girokonto ohne Kosten eröffnen. Die FinTechs sind technikaffin und setzen auf moderne Technologien. Mitunter bringen solche jungen Finanzdienstleister das Girokonto komplett auf das Smartphone. Du siehst alle Kontobewegungen über die App. Auf den ersten Blick mögen Girokonten bei solchen FinTechs äußerst günstig erscheinen. Geht es allerdings um Barabhebungen an Geldautomaten, kann das ziemlich teuer werden.

Ein solches FinTech ist N26. Du kannst dort ein kostenloses Girokonto eröffnen. Verschiedene Leistungen können teuer werden, beispielsweise die Zinsen für den Dispokredit mit 8,90 Prozent im Jahr. Die Eröffnung des Kontos ist schnell und bequem mit dem Smartphone möglich.

Fazit: Auf Konditionen für kostenloses Girokonto achten

Mit einem Girokonto ohne Kosten locken viele Banken. Das bedeutet, dass Du keine Kontoführungsgebühr bezahlen musst. Bei den meisten Banken ist das allerdings an einen monatlichen Geldeingang in einer bestimmten Höhe gebunden. Du solltest den Vergleich nutzen und Dich über die Konditionen bei den verschiedenen Banken informieren. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass für das Girokonto keine Kosten erhoben werden. Du solltest auch auf Dispozinsen und Kosten für Barabhebungen an Automaten sowie bargeldlose Zahlungen achten. Viele Banken berechnen Negativzinsen ab einem bestimmten Guthaben. Auch bei verschiedenen FinTechs werden kostenlose Girokonten angeboten, doch können hohe Kosten für Barabhebungen oder hohe Dispozinsen anfallen.

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