Girokonto bei der Postbank: Kosten, Erfahrungen & Zinsen

Seit vielen Jahren bietet die Postbank ihr Girokonto an. Doch was bietet es wirklich? Wie steht es um Kosten & Gebühren?

Die Postbank ist einer der größten und populärsten Banken in Deutschland und verfügt dank ihres Kundenstammes über umfassende Erfahrungen im Bereich der Finanzen. Sie besticht mit hervorragender Infrastruktur und einem ausgebauten Filialnetz. Kunden schätzen die Erreichbarkeit vor Ort und die kompetente Beratung in den Filialen. Auf den Trend der Digitalisierung reagiert das Finanzinstitut mit der Möglichkeit des Online-Bankings und der Postbank Finanzassistent App.

Sie ermöglicht die digitale Kontoführung, das Einrichten von Sparzielen, Überweisungen per Sprachauftrag und vieles mehr.

Jetzt kostenloses Girokonto bei der Postbank eröffnen

Um dem wachsenden Druck der Online-Banken entgegenzuwirken, bündelte die Postbank ihre Kräfte mit der Deutschen Bank. Die Fusion wurde im Mai letzten Jahres vollzogen. Für die Kunden änderte sich zunächst nichts. Sowohl die Filialen als auch die Kontostrukturen blieben erhalten.

Beliebtestes Finanzprodukt des Unternehmens mit dem bekannten gelben Logo ist das Girokonto. Derzeit werden 5 unterschiedliche Modelle für Privatpersonen mit jeweiligen Schwerpunkten offeriert. Die Kosten variieren dabei teils erheblich.
Trotz der durch die Europäischen Zentralbank initiierten Negativzinsen ist es weiterhin möglich, ein kostenfreies Girokonto bei der Filialbank zu eröffnen. Die Abgabe eines Verwahrentgelts in Höhe von gegenwärtig 0,5 Prozent auf Sparguthaben über 50.000 Euro auf dem Girokonto lässt sich allerdings nicht vermeiden.

Klar ist, dass in dem heutigen Zinsumfeld Kompromisse eingegangen werden müssen. Das Vorhalten von Filialen und Kundenberater belastet die Bilanzen neben den Strafzinsen für Finanzinstitute zusätzlich.

Welches Konto zu deiner Lebenssituation passt, wie hoch die Kosten ausfallen und ob sich die Eröffnung von einem Girokontobei der Postbank für dich auszahlt, erfährst du im nachfolgenden Text.

Die Girokonten für Privatkunden der Postbank im Überblick

Zunächst erhältst du einen Abriss über die Angebote der Postbank für Privatpersonen, aus denen du je nach Ausprägung deiner Präferenzen und Erfahrungen wählen kannst. Diese unterscheiden sich nicht wesentlich von anderen Bankinstituten wie der Deutschen Bank, der DKB, Commerzbank oder den Sparkassen.

Es besteht die Option, aus fünf verschieden Kontenmodellen zu wählen. Die wichtigsten Eigenschaften und Leistungen, aber auch die Informationen über die Kosten erhältst du zusammengefasst in komprimierter Form.

Postbank Giro direkt

Dieses Girokonto wird auch als das Online-Konto bezeichnet. Es eignet sich demnach insbesondere für junge Erwachsene und ältere Personen, die bereits Erfahrungen im Bereich des Online-Bankings gesammelt haben. Bankgeschäfte lassen sich digital erledigen.

Die Eröffnung des Kontos erfolgt über das Internet. Die Postbank wirbt damit, dass dies in lediglich 10 Minuten von zu Hause aus möglich ist. Die Identität der den Antrag stellenden Person wird per videoident-Verfahren überprüft. Hierzu ist eine stabile und sichere Internet-Verbindung, ein Laptop oder Smartphone sowie ein gültiges Ausweisdokument wie beispielsweise der deutsche Personalausweis Voraussetzung.

Beantragt werden kann das Girokonto von jeder Person, die das 18. Lebensjahr bereits vollendet hat. Für jüngere Menschen bietet die Postbank ein anderes Kontomodell an, welches zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt wird.

Jetzt kostenloses Girokonto bei der Postbank eröffnen

Im Gegensatz zu reinen Online-Banken ist für die Nutzung des Giro direkt ein monatlicher Grundpreis in Höhe von 1,90 Euro zu zahlen. Die Kosten für ein Girokonto bei der Direktbank N26 hingegen, mit der viele Kunden gute Erfahrungen machten, betragen 0,00 Euro.

Auch der regelmäßige Geldeingang in Form des Lohns entbindet nicht von der Zahlungspflicht. Das bedeutet, selbst wenn du 2.000 Euro verdienst, trägst du die Kosten von 1,90 Euro monatlich. Das ist ein klarer Nachteil zur Konkurrenz.
Studenten und Auszubildende, freiwillig Wehrdienstleistende sowie Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahrs haben jedoch die Option, sich vom Grundpreis gegen Erbringung eines Nachweises befreien zu lassen. Für sie ist das Giro direkt somit unentgeltlich nutzbar.

Das Verwahrentgelt auf Guthaben über 50.000 Euro beläuft sich auf 0,5 Prozent jährlich. Sprich, wenn du den genannten Betrag auf deinem Girokonto der Postbank lagerst, hast du am Ende des Jahres statt 50.000 Euro nur noch 49.750 Euro zur Verfügung. Hinzu kommt die schleichende Geldentwertung im Zuge der Inflation, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie dieses Jahr mutmaßlich den höchsten Stand seit Jahren erreichen wird.
Spareinlagen unter 50.000 Euro werden mit 0,001 Prozent per annum vergütet.

Zusätzlich zum Konto erhältst du die Postbank Card. Dabei handelt es sich um eine Girokarte, die zudem als Debitkarte fungiert. Eine Zusatzkarte wird gegen Zahlung von 6 Euro pro Jahr ausgestellt. Die Führung des Giro direkt als Gemeinschaftskonto ist im Übrigen nicht zulässig.
Falls du neben der Girokarte eine zusätzliche Kreditkarte benötigst, musst du auch hier weitere Kosten tragen.

Leider ist bei der Postbank die Ausstellung einer Kreditkarte nicht kostenfrei möglich. Gegen Entrichtung von 29,00 Euro bekommst du die Postbank Visa Card. Diese benötigst du exemplarisch, wenn du viel auf Reisen ins Ausland gehst. Die dortigen Händler akzeptieren oft keine deutschen Girokarten.

Da dieses Girokonto speziell als Online-Konto konzipiert wurde, fällt zudem eine Gebühr bei der Bargeldabhebung an Schaltern der Postbank oder deren Partnerfilialen an. Für jede Abhebung werden pauschal 1,50 Euro berechnet. Dieser Betrag wird von deinem Guthaben auf dem Konto abgezogen.
Bargeldverfügungen an den eigenen Automaten des Finanzinstituts sowie an denen, die der Cash-Group zugehörig sind, erfolgen ohne zusätzliche Belastungen. Darüber hinaus bieten über 1.300 Shell Tankstellen die Gelegenheit, kostenlos an physisches Geld zu gelangen. Mittlerweile offerieren zahlreiche Supermarktketten und Drogeriemärkte das Abheben von Bargeld an der Kasse. Bedingung ist zumeist, dass du zuvor für einen bestimmten Betrag Waren erworben hast. Der Rahmen liegt bei etwa 10 bis 20 Euro.

Komplizierter wird es, sofern keine Geldautomaten der Postbank oder deren Kooperationspartner vorhanden sind. Falls du dringend Cash benötigst und auf fremde Bankomaten angewiesen bist, wird es teuer. Hier musst du die Gebühren des Betreibers begleichen oder einen Betrag in Höhe von 1 Prozent der abgehobenen Summe, aber mindestens 5,99 Euro zahlen.

Beim Service müssen weitere Abstriche gemacht werden. Überweisungen, die per Beleg eingereicht werden, sind zu bezahlen. Aktuell liegen die Kosten bei 2,50 Euro pro Auftrag. Das gilt ebenso für Überweisungen, die telefonisch, über einen Kundenberater initiiert werden.

Hiervon nicht betroffen sind Transaktionen, welche über die Sprachsteuerung der App erfolgen. Standardmäßig unentgeltlich ausgeführt werden Überweisungen aus dem Online-Banking. Zudem werden für den Ausdruck von Kontoauszügen jeweils 0,50 Euro gefordert. Online ist dies kostenlos.

Als Bonus erhalten Personen, die dieses Girokonto eröffnen, ein Wertpapierdepot eingerichtet. Die Kontoführung ist gebührenfrei. Es fallen bei der Nutzung ausschließlich die Transaktionskosten zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren an. Des Weiteren ist die Einrichtung von Sparplänen beispielsweise auf einen ETF realisierbar. In Zeiten von Strafzinsen haben viele Anleger hiermit bereits positive Erfahrungen gesammelt.

Das gebührenfreie Aktiendepot erhält jede Person, welche sich für ein Girokonto (außer Giro Basis) bei der Postbankentscheidet.

Du siehst, dass das Giro direkt der Postbank für Personen, die ihre Bankgeschäfte gerne klassisch vollziehen, aufgrund der hohen Kosten nicht empfohlen werden kann.

Vorteilhaft ist dennoch das dichte Filialnetz der Bank und die Option des persönlichen Kontakts mit einem Mitarbeiter beziehungsweise Kundenberater.
Ein weiterer Nachteil liegt in dem Fehlen mobiler Bezahlmöglichkeiten mit dem Handy oder der Smartwatch. Derzeit ist die Girokarte mit Apple Pay und Google Pay inkompatibel.

Postbank Giro plus

Das Giro plus differiert hinsichtlich der Kosten und dem Nutzen nur unwesentlich gegenüber dem zuvor vorgestellten Girokonto. Trotzdem ist es das Konto, welches die Funktionen erfüllt, die von einem Girokonto einer großen Filialbank erwartet werden.

Das monatliche Entgelt für die Kontoführung beträgt 5,90 Euro. Und das unabhängig vom Geldeingang. Damit ist es 4,00 Euro teuer als das Giro direkt. Für den Mehrbetrag erhältst du geringfügig bessere Leistungen. So sind Kontoauszüge aus den Druckern in den Postbankfilialen kostenfrei. Bei der Partizipation am Telefon-Banking fallen nur noch 1,90 Euro pro Auftrag an.

Das Abheben von Bargeld am hauseigenen Schalter ist bei diesem Modell nicht mit Kosten verbunden. Selbstverständlich hat das auch für Bargeldverfügungen an den Automaten der Cash-Group wie Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank sowie an Shell Tankstellen Gültigkeit. Die Anforderung von Cash bei Einzelhändlern unterscheidet sich ebenfalls nicht.

Jetzt kostenloses Girokonto bei der Postbank eröffnen

Ein toller Bonus ist die im ersten Jahr gebührenfreie Visa Kreditkarte. Anstatt der üblichen 29,00 Euro wird sie nach Beantragung für 365 Tage unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Ab dem zweiten Jahr ist der reguläre Preis zu zahlen. Es sei denn, du bist unter 26 Jahre alt. Dann musst du nur 5,00 Euro jährlich an Kosten begleichen. Überdies besteht die Option auf die Postbank Visa Gold Card für 59,00 Euro jährlich. Mit ihr sind Versicherungsleistungen verbunden wie eine Auslandsreisekrankenversicherung und eine Reiserücktrittsversicherung. Falls du schon einmal negative Erfahrungen bei Auslandsreisen gemacht hast, wirst du wissen, dass solch ein Versicherungspaket sprichwörtlich Gold wert sein kann.

Die Konditionen der Kreditkarte beim Bezahlen im Ausland unterscheiden sich nicht von denen des Giro direkt. Hier werden bei Zahlungen außerhalb der EU und in anderen Währungen als Euro 1,85 Prozent der Kaufsumme als Gebühr fällig. Weitere Gemeinsamkeiten existieren bei der Höhe des Verwahrentgelts auf Guthaben über 50.000 Euro und der Ausführung von Echtzeitüberweisungen. Diese kosten 0,50 Euro.

Postbank Giro extra plus

Die Bezeichnung lässt es schon erahnen. Beim Giro extra plus handelt es sich um das premium Konto der Postbank. Das spiegelt sich in den Kosten wieder. Die monatliche Grundgebühr beläuft sich auf 10,90 Euro. Im Vergleich mit anderen Bankinstituten ist das ein hoher Preis, doch Kunden berichten im Netz von positiven Erfahrungen mit dem Modell.

Besonders Gutverdiener profitieren von dem Giro extra plus, da die Kontoführung bei einem monatlichen Geldeingang von 3.000 Euro gebührenfrei ist.
Nutzer erhalten die Postbank Card Gold (Debitkarte) zur Verfügung gestellt, die aufgrund der goldenen Farbe einen edlen Eindruck hinterlässt. Wer eine Zweite benötigt, zahlt 6,00 Euro.

Den größten Nutzen hast du, wenn du auf Kreditkarten angewiesen bist. Die Visa Card oder Mastercard ist gratis zu bekommen, solange das Giro extra plus besteht. Noch bessere Leistungen bieten die Visa Card Gold und Platinum. Letztere kostet 79,00 Euro im Jahr und die Gold 39,00 Euro per annum. Es muss nicht erwähnt werden, dass die Platinum Kreditkarte hervorragende Extraleistungen beinhaltet.

Wenn du im EU-Ausland Geldautomatenverfügungen in Euro tätigst, werden dir keine Kosten berechnet. Das ist ein großer Vorteil für dich, wenn du gerne auf Städte- und Ländertour gehst.

Bei den anderen Kontomodellen musst du je nach Art der Verfügung (Schalter oder Bankautomat) eine Gebühr in Höhe von 2,5 Prozent oder 3,0 Prozent, jedoch mindestens 5,00 Euro zahlen. Beim Bezahlen mit der Kreditkarte existieren keine Differenzen. Ebenso ohne zusätzliche Kosten erfolgt die Nutzung der Kontoauszugsdrucker.

Die Zinsen für Kontoüberziehungen beziehungsweise dem Dispo sind beim Giro extra plus die Niedrigsten. Sie belaufen sich auf 12,60 und 8,46 Prozentpunkte.

Börsen-Enthusiasten erhalten neben dem kostenlosen Wertpapierdepot die Chance, ohne Transaktionskosten einen ETF-Sparplan einzurichten.

Postbank Giro start direkt

Das Giro start direkt richtet sich ausnahmslos an die junge Bevölkerung. Die Eröffnung ist ab 7 Jahren möglich und die Nutzung auf Personen unter 22 Jahren beschränkt.

Neben dem Giro extra plus ist es das einzige Girokonto der Postbank, bei dem die unentgeltliche Nutzung möglich ist. Doch Vorsicht - erreichst du die Altersgrenze, wird dein Konto automatisch zu einem Giro plus, mit den dann gültigen Konditionen umgewandelt. Solch schmerzvolle Erfahrungen erlitten bereits viele junge Erwachsene.

Eine Kreditkarte ist standardmäßig nicht enthalten. Die Visa-Karte wird volljährigen Personen auf Antrag erteilt. Diesbezüglich gibt es Sonderkonditionen. Satt des regulären Preises kostet sie 5,00 Euro jährlich und ist im ersten Bezugsjahr sogar kostenlos.

Jetzt kostenloses Girokonto bei der Postbank eröffnen

Obendrein gibt es die Young Money App der Postbank. Mit ihr werden die jungen Menschen bei der Verwirklichung ihrer Sparziele unterstützt, können Transaktionen ausführen, das Handy aufladen oder Gutscheine erwerben. Mithilfe der Applikation hat bereits eine Vielzahl Jugendlicher Erfahrungen beim sorgsamen Umgang mit Geld gesammelt.

Darüber hinaus fallen keine weiteren besonderen Kosten an. Zu beachten sind die hohen Gebühren für Kontoüberziehungen.

Postbank Giro Basis

Das Giro Basis wird als Guthaben-Konto bezeichnet. Hierfür ursächlich ist die Unmöglichkeit von Kontoüberziehungen. Es kann lediglich das ausgegeben werden, was vorhanden ist. Die Visa-Kreditkarte, zum üblichen Preis von 29,00 Euro im Jahr, fungiert als Prepaid-Karte. Das bedeutet, sie kann ausschließlich genutzt werden, wenn zuvor Guthaben aufgeladen wurde. Das schützt effektiv vor Überschuldung. Beleghafte Überweisungen werden mit 1,90 Euro berechnet.

Das Girokonto kostet 4,90 pro Monat. Dieses Modell ist sinnvoll für dich, falls du bereits schlechte Erfahrungen im Umgang mit Geld gemacht hast. Für alle anderen ist es angesichts der beschränkten Funktionen nicht empfehlenswert.

Jetzt kostenloses Girokonto bei der Postbank eröffnen

konto.cash

konto.cash