Alles rund um die neue ADAC-Kreditkarte

Welche Vor- und Nachteile die neue Kreditkarte hat, welche Erfahrungen Mitglieder bisher gemacht haben und welche Kosten dich erwarten, erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber.

Vielleicht kannst du dich noch an die ADAC ClubmobilKarte erinnern, die Mitgliedern zahlreiche Vorteile wie Tankrabatte bot? Inzwischen hat sich die ADAC ClubmobilKarte in die ADAC-Kreditkarte verwandelt.

Der bekannte Automobilclub hat sein Portfolio komplett überarbeitet: Statt drei verschiedene Modelle gibt es jetzt nur noch das Basis-Modell als Karte. Die Jahresgebühr von 29 Euro entfällt inzwischen ebenfalls. Der Tankrabatt ist nicht mehr automatisch dabei, dafür können Mitglieder jedoch individuelle Pakete hinzubuchen.

Die Vorteile der neuen Kreditkarte

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Kreditkarte ist der Entfall der Jahresgebühr. Wenn du dich für das Basismodell ohne Zusatzpakete entscheidest, ist die Karte komplett kostenlos. Gerade für Schüler*innen und Student*innen und alle die chronisch knapp bei Kasse sind, ist der Entfall der Jahresgebühr natürlich von Vorteil. Weder im ersten Jahr noch in den darauffolgenden Jahren wird eine Gebühr eingehoben.

Du liebst es zu verreisen und bist ein richtiger Globetrotter? Auch dann bringt die Kreditkarte einige Vorteile mit sich: Als Visa Kreditkarte lässt sie sich weltweit einsetzen und du kannst an zahlreichen Geldautomaten weltweit einfach und unkompliziert Geld abheben.

Schnell mal eine Kleinigkeit einkaufen ohne gleich den PIN eintippen zu müssen? Mit der ADAC Kreditkarte ist das ebenfalls kein Problem - Zahlungen bis zu einer Höhe von 50 Euro sind mit dem Chip problemlos möglich. Einziges Manko: Google Pay und Apple Pay werden von der Karte derzeit noch nicht unterstützt.

Ebenfalls von Vorteil: Du musst dir keine Gedanken um die Seriösität der Karte machen, da sie von der bekannten deutschen Landesbank Berlin ausgegeben wird. Die ADAC Kreditkarte bietet dir zudem einen Kreditrahmen. Wenn sich auf deiner Kreditkarte also gerade kein Guthaben befindet, hast du trotzdem die Möglichkeit, bis zu einem bestimmten Limit mit der Karte zu bezahlen oder Geld abzuheben.

Selbst Teilzahlungsoptionen sind möglich - du kannst also vorerst nur einen Teil deiner Rechnung bezahlen. Jenen Betrag, den du noch nicht bezahlt hast, wird als Kredit eingerichtet. Allerdings wird dieser Kredit sehr hoch verzinst, weshalb wir dir empfehlen, auf die Teilzahlungsoption wenn möglich zu verzichten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die ADAC Kreditkarte auch deinen ADAC-Ausweis ersetzt. Eine Mitgliedschaft im Autoclub ist notwendig, um die Kreditkarte beantragen zu können. Hier nochmal ein kurzer Überblick über die Vorteile der neuen Karte:

  • Keine Jahresgebühr
  • Weltweit an Millionen Geldautomaten einsetzbar
  • Zahlungen bis zu einer Höhe von 50 Euro mit Chip möglich
  • Hohe Seriösität
  • Kreditrahmen
  • Ersetzt deinen ADAC-Ausweis
  • Schutz bei Missbrauch
  • Erhalt von neuer Kreditkarte bei Verlust im Ausland

Die Nachteile der neuen Kreditkarte

Zugegeben - wirklich stark sind die Vorteile der ADAC Kreditkarte nicht, denn auch viele andere Kreditkarten-Anbieter weisen die eben angeführten Punkte auf. Zu den eher schwachen Vorteilen gesellen sich zudem ein paar nicht zu verachtende Nachteile, auf die wir nun etwas näher eingehen möchten.

Wie bereits bei den Vorteilen kurz erwähnt, müsst ihr Mitglied beim ADAC sein, um die Kreditkarte überhaupt beantragen zu können. Mitglied beim ADAC zu sein, ist nicht ganz so günstig. Wenn du also ohnehin Mitglied bist, könnte sich die Beantragung der Visa lohnen. Wenn du kein Mitglied bist, lohnt sich eine Mitgliedschaft beim ADAC nur aufgrund der Kreditkarte keinesfalls.

Außerdem gibt es einige Kosten, die bei der ADAC Visa teuer zu Buche schlagen können. Ein wesentlicher Nachteil bezieht sich auf Bargeldabhebungen im In- und Ausland. Wer im Inland Geld abhebt, zahlt saftige drei Prozent des Umsatzes.

Für jede Transaktion werden aber mindestens 7,50 Euro eingehoben. Hebst du beispielsweise 300 Euro ab, bezahlst du obendrein eine Gebühr von 9 Euro. Der Mindestbetrag für die Gebühren im Ausland betragen zwar nur 5 Euro, dennoch fallen sie im Vergleich zu anderen Kreditkarten-Anbietern sehr hoch aus.

Ein weiterer Nachteil bezieht sich ebenfalls auf das Ausland: Wer im Ausland mit der ADAC Visa bezahlt, zahlt 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr obendrauf. Als Reise-Kreditkarte ist die ADAC Visa also gar nicht empfehlenswert. Sind die Umsätze in Fremdwährungen besonders hoch, schlägt dieser Nachteil besonders teuer zu Buche. Hier noch einmal alle Nachteile auf einen Blick:

  • Du musst für die Beantragung Mitglied beim ADAC sein
  • Für Bargeldabhebungen im In- und Ausland werden happige Gebühren eingehoben
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr für Zahlungen im Ausland

Die verschiedenen Zusatzpakete

Selbstverständlich müssen wir auch die verschiedenen Zusatzpakete etwas näher beleuchten, um herauszufinden, ob sich die Beantragung der ADAC Visa für dich lohnen könnte. Die Zusatzpakete bringen mitunter einige Vorteile mit sich, die im Basismodell nicht enthalten sind.

Reise-Paket
Das Basismodell hat dich im Bezug auf Reisen eher abgeschreckt? Wer das Paket Reise hinzubucht, kann als Vielreisender doch noch ganz glücklich mit der ADAC Visa werden: Du darfst dich auf verschiedenste Versicherungsleistungen freuen wie Reisekrankenversicherung, Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung, Mietwagenrechtsschutz und Zusatz-Haftpflichtversicherung, Verkehrsmittel- und Unfallversicherung sowie eine Reiserechtsschutzversicherung freuen.

Die Reiserücktrittsversicherung gilt sogar für bis zu 5 Mitreisende und deckt eine Summe von 10.000 Euro ab. Im Vergleich zu anderen Kreditkarten ist die Reiserücktrittsversicherung hier top! Insgesamt sind im Paket wohl einige der wichtigsten Reiseversicherungen enthalten, so dass du im Fall der Fälle gut abgesichert bist.

Das Manko am Paket: Die Mietwagenversicherung ist im Prinzip unbrauchbar, da die Mietwagen-Vollkaskoversicherung hier nicht zu finden ist. Sie ist allerdings die einzig wirklich wichtige Versicherung. Andere Kreditkarten-Anbieter wie zum Beispiel Amex Platinum bieten hier um einiges mehr.

Paket Schutz
In diesem Zusatzpaket sind ebenfalls viele verschiedene Versicherungsleistungen enthalten, auf die wir nun einen genaueren Blick werfen möchten. Das Paket Schutz kostet dich 3,90 Euro pro Monat, was umgerechnet 46,80 Euro pro Jahr sind.

Im Paket enthalten sind eine Dokumentenschutz-Versicherung, eine Mietwagenversicherung und einige kleinere Versicherungen. Aber zuächst zur Dokumentenschutz-Versicherung: Mit Hilfe dieser Leistung kannst du deine Dokumente (Geburtsurkunde, Reisepasskopie, Meldezettel) sicher verwahren lassen. Mit dieser Versicherungsleistung ist es problemlos möglich, Sperrungen von Bank- und Kreditkarten vornehmen zu lassen. Da alle Kreditkarten über eine eigene Sperr-Hotline verfügen, ist diese Zusatzleistung jedoch etwas unsinnig.

Spannender ist sicherlich die zweite Versicherungsleistung, nämlich die Mietwagenversicherung. Diese übernimmt die Kosten der Selbstbeteiligung im Schadensfall für dich. Bis 3.000 Euro deckt diese Versicherungsleistung ab - ein durchaus solider Wert. Doch auch hier gibt es Anbieter, die im Schadensfall weitaus mehr Kosten übernehmen - wie etwa die Barcalycard Platinum Double mit einer Deckungssumme von 75.000 Euro.

Paket Sparen
Wie der Name bereits vermuten lässt, soll dieses Paket dir bei Einsparungen helfen. Die Kosten für das Paket betragen monatlich 4,90 Euro. Ob sich das wirklich lohnt und dir letztendlich beim Sparen hilft, hängt allerdings stark von der Nutzung der Karte ab.

Der Tankrabatt, der früher automatisch bei der ADAC ClubmobilKarte dabei war, ist jetzt bei der Buchung des Zusatzpakets "Sparen" inkludiert. Du erhältst einen Cent Tankrabatt pro Liter, das ist allerdings nicht so spannend, da du diesen als ADAC Mitglied sowieso bei star, Agip und Shell bekommst.

Interessant sind die 2 Prozent Rabatt auf alle Tankstellenumsätze. Achtung: Bei Tankstellen, die zu Baumärkten gehören, gilt dieser Rabatt nicht. Außerdem gilt der Rabatt nur bis zu einem Limit von 150 Euro pro Monat. Das Einsparungspotential liegt also maximal bei 3 Euro pro Monat und 36 Euro pro Monat - nicht sonderlich viel, wenn man bedenkt das alleine das Paket 58 Euro im Jahr kostet! Selbst wenn du viel tankst, kannst du mit diesem Zusatzpaket nicht wirklich etwas sparen.

Die Funktionsweise des Rabatts ist prinzipiell sehr einfach: Du erhältst deinen gesammelten Rabatt jedes Monat auf dein Kreditkartenkonto. Auf Strom an ADAC eCharge Stationen erhältst du ebenfalls Rabatt. Da die Umsätze jedoch begrenzt werden, lohnt sich das Sparpaket nicht wirklich.

Neben Tankrabatten bekommst du auch Rabatt auf Mietwagenbuchungen. Beim Anbieter Rentfox gibt einen Rabatt von 10 Prozent und bei der ADAC Autovermietung im Ausland sparst du mit dem Paket 5 Prozent - das kann sich in vielen Fällen sogar lohnen.

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Wer viel im Ausland unterwegs ist und häufig Mietwagen ausleiht, kann mit dem Paket durchaus Einsparungen erzielen. Die restlichen Vorteile des Pakets sind allerdings nicht weiter erwähnenswert. ADAC weist zwar ein Cashback Portal auf, zu dem du mit dem Paket Zugang erhältst, allerdings ist dieses nicht sehr umfangreich.

Ein weiterer "Vorteil" soll der Zugang zum Altersvorsorge-Anwaltsdienstleister sein, was allerdings eher nach einer Werbemaßnahme als nach einem echten Mehrwert für die Kund*innen klingt. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Das Sparpaket bringt eher mehr Nachteile, als es Vorteile für dich bringt und die Buchung des Zusatzpakets ist damit unsinnig.

Paket Platin
Jetzt möchten wir kurz das letzte Zusatzpaket der ADAC Kreditkarte beleuchten. Das Zusatzpaket "Platin" stellt eine Verbindung von "Sparen", "Reise" und "Schutz" dar. Die Kosten liegen bei 9,90 Euro pro Monat. Die einzelnen Pakete würden insgesamt 14,70 Euro kosten, weshalb ihr beim Paket Platin fast 5 Euro sparen könnt.

Mit dem Paket Platin erhaltet ihr alle besprochenen Leistungen: Vom Tankrabatt über die Reiserücktrittsversicherung bis hin zur Dokumentenschutzversicherung. Wer den einzelnen Paketen etwas abgewinnen kann, bucht am besten gleich das Paket Platin, da die Ersparnis doch enorm ist.

Allerdings solltest du bedenken, dass das Paket dann doch 120 Euro pro Jahr kostet und damit wieder nicht ganz günstig ist. Ob die enthaltenen Leistungen 120 Euro im Jahr wert sind, darüber lässt sich streiten. Bedenke allerdings auch, dass dich auch die Mitgliedschaft beim ADAC etwas kostet, obwohl die Kreditkarte per se natürlich umsonst ist.


Erfahrungen mit der ADAC Kreditkarte

Zum Abschluss möchten wir noch auf die Erfahrungen der verschiedenen ADAC-Mitglieder, die bereits eine ADAC Kreditkarte haben, eingehen. So erhältst du ein umfassenderes Bild von der neuen Visa des Automobilclubs. Während die Erfahrungen der User auf sparkonto.org eher negativ ausfallen, gibt es auf erfahrungen.com durchaus positive Erfahrungen mit der neuen Visa. Einige User auf sparkonto.org bemängeln das fehlende Chargeback der Karte, einen unfreundlichen Kundenservice sowie die recht teuren Kosten.

Einige Erfahrungen von Rezensenten besagen sogar, dass sich der Service und die Leistungen im Vergleich zu früher verschlechtert haben. Auf erfahrungen.com gibt es jedoch auch positive Stimmen: So soll die Kreditkarte laut Erfahrungen besonders praktisch für Mietwagenbuchungen im Ausland sein und auch integrierte Versichungsleistungen wie Auslandskrankenversicherung oder die Reiserücktrittsversicherung werden gelobt. Ob sich die Kosten für die neue ADAC Visa für dich wirklich lohnen, hängt sehr stark davon ab, wie du sie nutzt und ob du Mitglied beim ADAC bist oder nicht. Wenn du Mitglied bist, könnte es sich eventuell lohnen - doch auch hier solltest du abwägen, ob sich die Karte für deine Zwecke lohnt.

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